Sensorik

Der Autor und Filmemacher Georg Stefan Troller ist gelernter Buchbinder.
In der FAS vom 8.Juli 2012 beschreibt er, wie ihn die Leidenschaft für das schön gebundene Buch sein Leben über begleitete.
Darin das Zitat:

Zuletzt nahm ich das fertige Buch zur Hand, streichelte darüber hin, ja schnüffelte daran. Weil ja feines Papier, guter Leim, geprägtes Leder und so weiter zusammen einen einzigartigen Duft ausströmen, den auch Jahre nicht verdunsten lassen. […]
Hält man solche Schätze in den Händen, so fühlt man sich magisch in eine andere Epoche zurückversetzt oder vielleicht auch in drei: die des Autors, die des Druckers, die des Binders. Man lebt das Leben anderer und – wie man hofft – unkomplizierterer Leute, die sich ganz ihren Schönheitsgefühlen hinzugeben wussten, was ja heute kaum mehr möglich erscheint. Naivere Zeiten, in denen die Liebe, auch die zur Literatur, nicht nicht durch „Kommunikation“ ersetzt war. Man steht vor solchen Büchern wie vor klassischen Kunstwerken: Die Vollkommenheit fast spielend erreicht, man weiß nicht, wie.
(FAS, 8.7.2012, „Bilder und Zeiten“, Z1-Z2)

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