Als wär’s das erste Mal

15. April 2017 § 0 Kommentare

Der Mensch gewöhnt sich ja an alles.
Auch an seinen Arbeitsplatz. Ziemlich schnell sogar. Aber wie sehen eigentlich Personen die Schule, die zum ersten Mal ins Gebäude kommen? Zum Beispiel Eltern, die ihr Kind anmelden wollen oder Gäste, die einen Termin haben.
Nach Jahren voller Eindrücke und viel Alltag und Gewöhnung fällt es schwer, diesen ersten Eindruck nachzuempfinden. ich versuche von Zeit zu Zeit, mir bewusst diesen Gedanken zu verschaffen: wie sehen Fremde die Schule?

Wenn man das erste Mal in die Schule kommt, sucht man den Weg zum Sekretariat noch bewusst, man entdeckt merkwürdige Gegenstände, schief hängende Bilder, erstaunliche Nawi-Plakate oder man begegnet Menschen, die einem in Erinnerung bleiben, weil sie vielleicht sehr freundlich waren. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance, oder?

Der erste Eindruck prägt, na klar. Doch nach nur wenigen Wochen und vielen alltäglichen Begebenheiten in der Schule übersieht man diese ersten und offensichtlichen Dinge. Doch diese ersten Eindrücke sind das, was Menschen sehen, die sich für die Schule interessieren. Sie stellen einen Teil der Visitenkarte dar und ich geb zu, dass ich das übersehe, vergessen.

Was kann man tun, um einen Eindruck „wie beim ersten Mal“ zu bekommen?

ich will wissen, wie es ist, das erste Mal in die Schule zu kommen, doch in gewisser Weise bin ich ja blind für diesen Blick.

Hier drei Strategien, die ich mir zurechtgelegt habe:

1. Absichtsvolle Unwissenheit

ich gehe (wirklich selten) ganz bewusst unwissend durch die Schule, z.B. morgens vom Parkplatz in die Schule. Wenn ich zum Sekretariat, zur Sporthalle oder zur Aula will: wie finde ich dorthin? Gibt es Schilder oder eine offensichtliche Wegführung, die mich leitet? Wenn ich jetzt nichts wissen würde, was würde ich tun?
Oder: wenn ich neuer Kollege oder neuer Schüler wäre, was bräuchte ich und wie fände ich mich zurecht?
Hierfür versuche ich also für einen Moment in die Rolle des unwissenden Schulfremden zu schlüpfen.

2. Bewussteres Schauen

Der Alltag rauscht so schnell vorbei: Morgens rein in die Schule und schnell sind mehrere Stunden vergangen. Doch wie nehme ich einzelne Aspekte in der Schule wahr, wenn ich mir Zeit für sie nehme?
Zum Beispiel: wie reden die Menschen miteinander? Oder welche Bilder hängen an der Wand und wie aktuell sind sie? Wie viel (oder wie wenig) Müll liegt um 8Uhr und um 13Uhr herum? Wo ist in den Pausen besonders viel los? Wie gehen die Menschen aus dem Schulgebäude hinaus?
Es gibt Dinge, die ich schön und Dinge, die ich wirklich ärgerlich finde. Doch an einem gewöhnlichen Schultag schaut man eben nicht so genau hin! Wenn ich mir jedoch einzelne Aspekte ganz bewusst vornehme und dann anschaue, hilft mir das in der Konzentration.

3. Gäste fragen

So einfach, so simpel. Und leider vergesse ich es oft: „Haben Sie gut hierher gefunden?“ oder: „Sind Sie angesprochen worden, als Sie in die Schule kamen?“ und „Haben Sie in der Schule schon etwas Besonderes erlebt?“
Diese Eindrücke von echten schulfremden Personen verdichte ich, gehe Hypothesen nach oder nutze sie als entspannten Auftakt für das Gespräch.

Und dann?

Dann gehe ich diesen Dingen nach. Spreche mit Kollegen darüber. Vielleicht laufe ja nur ich „unwissend-verplant“ in die Schule hinein oder mit einer merkwürdigen Hypothese durch die Welt und andere Menschen sehen das ganz anders. Oder, wenn man es nicht schnell umsetzen kann, wird daraus eben ein größeres Projekt. Oder das schief hängende Bild wird schnell gerade hingehängt.

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